Welche PV-Größe passt zum Haus?

Die sinnvolle Anlagengröße ergibt sich aus mehreren Faktoren: nutzbarer Dachfläche, Ausrichtung, Verschattung, Haushaltsverbrauch und der Frage, ob später eine Wärmepumpe, Wallbox oder ein Speicher hinzukommt. Eine Anlage nur auf den heutigen Stromverbrauch zu begrenzen kann zu kurz gedacht sein.

Für die erste Planung sollte deshalb nicht nur der aktuelle Jahresverbrauch betrachtet werden. Wichtiger ist, wie sich der Energiebedarf des Hauses in den nächsten Jahren verändern könnte.

Dach, Ausrichtung und Verschattung

Eine Südausrichtung ist nicht die einzige sinnvolle Variante. Ost-West-Dächer können den Ertrag stärker über den Tag verteilen und dadurch gut zum Haushaltsverbrauch passen. Entscheidend ist die konkrete Dachfläche inklusive Gauben, Schornsteinen und möglichen Schattenquellen.

  • nutzbare Fläche und Dachform erfassen,
  • Verschattung über den Tages- und Jahresverlauf prüfen,
  • Statik und Zustand des Daches vor der Montage berücksichtigen,
  • spätere Erweiterungen möglichst früh mitdenken.

Eigenverbrauch statt nur Jahresertrag

Zwei Haushalte mit gleichem Jahresverbrauch können Solarstrom sehr unterschiedlich nutzen. Wer tagsüber viel Strom benötigt, kann ohne Speicher bereits einen höheren Anteil direkt verbrauchen. Wer den größten Verbrauch in den Abendstunden hat, bewertet einen Speicher anders.

Deshalb sollte eine PV-Rechnung immer zwischen erzeugtem Strom, direktem Eigenverbrauch, gespeicherter Energie und Einspeisung unterscheiden.

Photovoltaik mit Stromspeicher

Ein Speicher kann den Eigenverbrauch erhöhen, ist aber keine Pflichtkomponente jeder PV-Anlage. Seine Kapazität sollte zum Verbrauchsprofil und zur PV-Leistung passen. Ein übergroßer Speicher bleibt häufiger ungenutzt und bindet zusätzliches Kapital.

Für die Planung ist deshalb sinnvoll, die PV-Anlage und den Speicher gemeinsam zu betrachten, die Wirtschaftlichkeit aber getrennt nachvollziehbar zu rechnen.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Beim Angebotsvergleich zählt mehr als der Endpreis. Unterschiede entstehen unter anderem bei Modulen, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Elektroarbeiten, Gerüst, Speicher und Zusatzarbeiten am Zählerschrank. Ein günstigerer Gesamtpreis ist nur dann vergleichbar, wenn der Leistungsumfang ähnlich ist.

Unser PV-Kostenrechner liefert dafür eine erste Größenordnung. Die spätere Wirtschaftlichkeitsrechnung sollte mit dokumentierten Annahmen zu Stromverbrauch, Eigenverbrauch und Nutzungsdauer arbeiten.

Zum PV-Kostenrechner →

Sinnvolle Reihenfolge bei der Planung

  1. Dach und mögliche Belegungsfläche prüfen.
  2. Aktuellen und zukünftigen Strombedarf erfassen.
  3. PV-Größenordnung ohne Speicher bestimmen.
  4. Speicher und weitere Verbraucher separat ergänzen.
  5. Kosten und Wirtschaftlichkeit mit denselben Annahmen vergleichen.
  6. Erst danach konkrete Angebote technisch und wirtschaftlich prüfen.